Kürzlich führte der ägyptische Industrieminister Khaled Hashim gemeinsam mit dem Kairoer Gouverneur Dr. Ibrahim Saber eine Sonderuntersuchung im Steinindustriecluster Shaq El-Thoban in Kairo durch. Sie besuchten fünf wichtige Marmor- und Granitproduzenten und besichtigten das Technologiezentrum für Bergbau und Steinindustrie des Industrieministeriums. Ziel dieser umfassenden Untersuchung war es, den aktuellen Produktions- und Betriebsstatus, Entwicklungshemmnisse und Kernbedürfnisse der Unternehmen zu ermitteln und so die Grundlage für eine qualitativ hochwertige Entwicklung der Branche zu schaffen.

Im Rahmen der Untersuchung erklärte Minister Khaled Hashim, dass das Industrieministerium die Industriezone Shaq El-Thoban weiterhin verstärkt unterstützen werde. Der Fokus liege dabei auf der Optimierung von Genehmigungsverfahren, der Vereinfachung von Abläufen für Unternehmen und der Verbesserung der Serviceeffizienz. Gleichzeitig betonte der Minister die Notwendigkeit, den Ausbau der Infrastruktur im Industriepark, insbesondere der Wasser-, Strom- und Logistikversorgung, zu beschleunigen und die Standardisierung und Legalisierung von Steinverarbeitungsbetrieben innerhalb des Zuständigkeitsbereichs voranzutreiben, die bisher keine entsprechenden Genehmigungen besitzen. Er betonte die Wichtigkeit der Integration dieser Betriebe in das formale Wirtschaftssystem und die Erleichterung ihres Zugangs zu technischer Beratung und politischer Unterstützung, um die Produktqualität und die Wettbewerbsfähigkeit im Exportbereich effektiv zu verbessern.

Zu den fünf befragten Unternehmen gehörten Branchenführer wie United Marble & Granite und Global Stone mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 1,5 Milliarden ägyptischen Pfund. Sie bilden eine vollständige industrielle Wertschöpfungskette, die Abbau, Verarbeitung und Export umfasst. Die Produkte dieser Unternehmen werden auf mehrere Kontinente exportiert, darunter Europa, Asien, Afrika, Amerika und Australien. Bei einigen Unternehmen machen Exporte über 60 % ihres Umsatzes aus, einige sogar 100 %. Dies hat nicht nur beträchtliche Deviseneinnahmen für Ägypten generiert, sondern auch direkt Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen und ist zu einer wichtigen Stütze für die regionale Wirtschaftsentwicklung und die Verbesserung der Lebensbedingungen geworden.

Bei seinem Besuch im Technologiezentrum für die Bergbau- und Steinindustrie lobte der Minister dessen praktischen Nutzen und hob dessen unersetzliche Rolle in der Steinforschung und -innovation, der Bewertung von Mineralressourcen und der Produktqualitätsprüfung hervor. Er betonte, dass die Studie eine zentrale Plattform für die Transformation der ägyptischen Steinindustrie von einem „Ressourcenvorteil“ zu einem „Technologievorteil“ darstellt und von großer Bedeutung für die Steigerung der internationalen Anerkennung ägyptischer Industrieminerale und Steinprodukte sowie für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit ist. Diese detaillierte Untersuchung sendet zudem ein klares Signal der ägyptischen Regierung, die Modernisierung des Steinindustrieclusters zu beschleunigen, die technologische Kompetenz zu stärken und eine exportorientierte Entwicklung zu verfolgen, was der zukünftigen Entwicklung der Branche großes Vertrauen verleiht.

Als wichtiger Akteur der globalen Steinindustrie nimmt Ägypten mit seinen einzigartigen Ressourcen eine bedeutende Position auf dem internationalen Steinmarkt ein, insbesondere im Bereich des beigen Marmors, wo es einen hervorragenden Ruf genießt und zu einem der weltweit wichtigsten Lieferanten von beigem Marmor geworden ist. Bekanntlich verfügt Ägypten über mehr als 55 Marmor- und Granitsorten mit weit verteilten Vorkommen, die sich hauptsächlich in der östlichen Wüste, an der Küste des Roten Meeres, auf der Sinai-Halbinsel und in der Region Assuan konzentrieren und somit eine solide Ressourcengrundlage für die industrielle Entwicklung bieten.

Unter den verschiedenen Marmorsorten sind warmtonige Serien wie Egyptian Beige, Golden Beige und Golden Splendor besonders repräsentativ. Der cremefarbene Marmor aus der Provinz Suez, bekannt für seine feine Textur und warme Farbe, genießt auf dem chinesischen Markt den Namen „Egyptian Yellow“ und ist in der Architektur sehr beliebt. Granit, vor allem Sorten wie Aswan Red, Egyptian White Granit und Suez Green, wird aufgrund seiner Härte, Verschleiß- und Korrosionsbeständigkeit häufig im Außenbereich eingesetzt. Ägyptischer Stein verfügt nicht nur über reichhaltige Vorkommen, sondern auch über hervorragende physikalische Eigenschaften. So weist beispielsweise Zaafarana-Marmor eine Druckfestigkeit von über 100 MPa und eine extrem geringe Wasseraufnahme auf, was ihm eine hohe Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt verleiht.

Ein bedeutender Industriecluster-Effekt ist ein herausragendes Merkmal der ägyptischen Steinindustrie. Die Industriezone Tjabarni ist die bekannteste und beherbergt 60 bis 70 % der ägyptischen Steinverarbeitungsbetriebe. Sie belegt weltweit den vierten Platz und ist damit einer der größten Steinverarbeitungs- und Exportstandorte Afrikas. Berichten zufolge gibt es in Ägypten derzeit rund 2.500 Betriebe der Steinverarbeitung mit 100.000 Beschäftigten und einer jährlichen Förderkapazität von über 3,2 Millionen Tonnen. Damit bildet das Land ein vollständiges industrielles Ökosystem.

Dank seiner reichhaltigen Rohstoffreserven, seiner umfangreichen Verarbeitungskapazitäten und seiner exportorientierten Industriepolitik haben sich die ägyptischen Steinexporte außerordentlich gut entwickelt. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2024 erreichten die Exporte 198 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 16 % gegenüber dem Vorjahr. Die Exportziele umfassten 115 Länder und Regionen. Die ägyptische Steinindustrie profitierte zudem von der vertieften chinesisch-ägyptischen Wirtschafts- und Handelskooperation und erhielt starke Unterstützung durch chinesische Technologie und Ausrüstung. Aktuell stammen fast 90 % der Maschinen und Anlagen der ägyptischen Steinindustrie aus China, und 70 % der Verarbeitungswerkzeuge werden von Ezhou Diamond, einem chinesischen Unternehmen, eingesetzt. Diese chinesisch-ägyptische industrielle Synergie fördert weiterhin die Modernisierung der ägyptischen Steinindustrie.

In den letzten Jahren hat die ägyptische Regierung die Steinindustrie als wichtigen Exportsektor priorisiert und sich das strategische Ziel gesetzt, die Steinexporte auf 1 Milliarde US-Dollar zu steigern. Zukünftig wird Ägypten die Infrastruktur der Industriezone Thaiabani weiter verbessern, die standardisierte Entwicklung von Unternehmen fördern, die Rolle des Technologiezentrums stärken und seine Vorteile in Freihandelsabkommen und Förderprogrammen für Direktinvestitionen in RMB nutzen, um die Produktqualität und Markenbekanntheit weiter zu steigern, ägyptischen Stein auf einem breiteren globalen Markt zu etablieren und so zur qualitativen Entwicklung der nationalen Wirtschaft beizutragen.