Anfang 2026 erlitt die Steinindustrie einen schweren politischen Schlag: Das Finanzministerium gab am 8. Januar bekannt, dass die Mehrwertsteuer-Exportsteuerermäßigungen für 33 Kategorien von Steinprodukten ab dem 1. April gestrichen werden. Betroffen sind wichtige Exportkategorien wie Marmorprodukte, Granitschnitzereien und Schieferprodukte. Dies ist keine willkürliche Anpassung, sondern ein weiteres wichtiges Signal für den Wandel der Branche, nachdem die Steuererstattungsquote für einige Steinprodukte bereits 2024 von 13 % auf 9 % gesenkt wurde. Für Hunderttausende von Steinexportunternehmen ist dies keine drohende Gefahr, sondern eine existenzielle Herausforderung, der sich die Branche umgehend stellen muss.

Die Logik hinter der Politik: Abschied von der Ära der „Ressourcen gegen Aufträge“

Diese Anpassung der Steuervergünstigungen ist keine kurzfristige, pauschale Maßnahme, sondern vielmehr eine klare politische Ausrichtung: Von der Beschränkung des Exports von Rohstein und grob bearbeiteten Blöcken bis hin zur Verschärfung der Steuervergünstigungen für einfach geschnittene Platten – das Ziel ist die „Förderung der industriellen Modernisierung und die Förderung von Exporten mit hoher Wertschöpfung“.

In der Vergangenheit basierten Chinas Steinexporte stark auf dem Modell „Inländischer Abbau – einfache Verarbeitung – Export zu niedrigen Preisen“. Viele Unternehmen erzielten dank Steuervergünstigungen und Subventionen nur geringe Gewinne und gerieten in einen hart umkämpften Markt mit homogenen Niedrigpreisen. Die Kernintention der Politik ist klar: Es geht nicht länger darum, den Export von Rohstoffen zu fördern, die wertvolle Mineralien verbrauchen und einen geringen technologischen Gehalt aufweisen, sondern vielmehr darum, Chinas Steinindustrie vom reinen Transporteur auf dem internationalen Markt zum Wertschöpfer weiterzuentwickeln. Unternehmen mit geringen technologischen Hürden, die Umweltstandards nicht einhalten und sich ausschließlich auf Preiskämpfe verlassen, verlieren nach und nach den Schutz durch staatliche Maßnahmen.

Auswirkungen auf die Lieferkette: Einige stehen unter Druck, andere nutzen Chancen.

Kurzfristige Belastungen: Drei Unternehmenstypen sind am stärksten betroffen.

1. Exportorientierte Verarbeitungsbetriebe: Diese Betriebe produzieren hauptsächlich einfach zugeschnittene Platten und konventionelle Steinschnitzereien, was zu einer starken Homogenisierung führt. Ihre Gewinne basierten bereits maßgeblich auf Steuerrückerstattungen und Subventionen. Mit dem Wegfall der Steuerrückerstattungen sind die direkten Kosten um 3–5 % gestiegen, was ihre ohnehin geringen Gewinnmargen deutlich schmälert. Einige Unternehmen stehen möglicherweise vor dem Dilemma, „Aufträge nicht zu nutzen und die Produktion einstellen zu müssen, wenn keine Aufträge eingehen“.

2. Preisorientierte Unternehmen: Auf dem internationalen Markt konkurrieren chinesische Steinprodukte seit Langem mit Produkten aus der Türkei, Indien und Vietnam. Diese Länder haben niedrigere Arbeits- und Ressourcenkosten. Die Abschaffung von Steuervergünstigungen schwächt den Preisvorteil chinesischer Unternehmen, wodurch Aufträge, die bisher von niedrigen Preisen abhingen, abwandern und das Risiko von Kundenverlusten drastisch steigt.

3. Kleinbetriebe: Familienbetriebe oder kleine Fabriken, die Umweltstandards nicht erfüllen, umfangreiche Managementpraktiken anwenden und über geringe Verarbeitungskapazitäten verfügen, sind am wenigsten widerstandsfähig gegenüber Risiken. Aufgrund sinkender Gewinne fehlt ihnen die Möglichkeit, in die Modernisierung ihrer Anlagen und in Umweltverbesserungen zu investieren. Dies beschleunigt ihr Ausscheiden aus dem Markt und den Wettbewerb in der Branche erheblich.

 

Langfristige Chancen: Ein neuer Weg nach der Branchenumstrukturierung

Hinter den politischen Schocks verbirgt sich die Chance zur Branchenrestrukturierung. Da KMU nach und nach aus dem Markt ausscheiden, konzentrieren sich Ressourcen, Aufträge und Fachkräfte verstärkt bei führenden Unternehmen. Dies führt zu einer deutlichen Branchenkonzentration und zur Entstehung einer dualen Struktur, in der der Gewinner alles bekommt.

Für führende Unternehmen mit etablierten Lieferketten, technologischen Hürden und Markenvorteilen wird sich nach anfänglichen Schwierigkeiten ein günstigeres Wettbewerbsumfeld ergeben: Billiganbieter werden ausscheiden, die Marktordnung wird sich standardisieren und Produkte mit hoher Wertschöpfung werden höhere Gewinnmargen erzielen. Daten zeigen, dass die Exportwachstumsrate von weiterverarbeiteten Produkten wie heimischen Steinmöbeln und individuell gefertigten Steinskulpturen im Jahr 2024 15 % erreichen wird. Politische Anpassungen werden diesen Trend weiter verstärken und die Branche vom Wettbewerb über die Größe zum Wettbewerb über die Wertschöpfung führen.

Strategien für den Durchbruch: Überlebensleitfaden für verschiedene Unternehmenstypen

Klagen bringt nichts; Anpassung ist die Überlebensregel. Angesichts unumkehrbarer politischer Entwicklungen müssen Unternehmen jeder Größe sich präzise positionieren und einen Weg finden, die aktuelle Krise zu überwinden.

KMU: Fokus auf Nischenmärkte

Anstatt in einem hart umkämpften Markt über den Preis zu konkurrieren, sollten Sie sich auf die Entwicklung und Vertiefung von Expertise in Nischenbereichen konzentrieren:

• Spezialisierte Kategorien identifizieren: Vermeiden Sie konventionelle Baumaterialien und konzentrieren Sie sich auf Nischenmärkte wie Sinterstein, umweltfreundlichen Kompositstein und Nischenkunstskulpturen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen;

• Digitale Tools nutzen: Setzen Sie automatisierte Layout-Software und Online-Designplattformen ein, um schnell auf Kundenbedürfnisse zu reagieren. Verbessern Sie die Effizienz der Auftragsabwicklung durch „digitale Shops + visuelle Effekte“ und gleichen Sie Preisnachteile durch Design und Service aus;

• Kooperieren: Nutzen Sie Branchenplattformen oder Innovationsallianzen, um Ressourcen in der Lieferkette zu teilen, Beschaffungs- und Logistikkosten zu senken und gemeinsam mit internationalen KMU-Kunden in Kontakt zu treten.

Mittelständische und große Unternehmen: Aufbau einer doppelten Barriere aus „Digitalisierung + hoher Wertschöpfung“

Ein konsequentes Engagement für die Modernisierung der Industrie ist entscheidend, um langfristige Chancen zu nutzen:

• Intelligente Fertigung implementieren: Dies umfasst mehr als nur die Einführung automatisierter Schneid- und Bearbeitungsmaschinen; Dies erfordert die Förderung der Digitalisierung des gesamten Prozesses – von der Auftragsverwaltung und Produktionsplanung bis hin zur Zusammenarbeit in der Lieferkette – und den Aufbau einer flexiblen und effizienten digitalen Fabrik, um schnell auf die vielfältigen globalen Anforderungen reagieren zu können.

• Stärkere Fokussierung auf die Verarbeitung: Verlagerung des Fokus vom reinen Plattenverkauf hin zum Verkauf von Produkten und Dienstleistungen, Entwicklung hochwertiger Produkte wie Steinmöbel, individuell gestaltete Fassaden und kunstvolle Steinskulpturen, Erweiterung der Wertschöpfungskette und Steigerung der Produktqualität.

• Aufbau internationaler Marken: Abkehr vom OEM-Etikett, Einrichtung von Designzentren und Vertriebskanälen im Ausland sowie Ersatz von Preisvorteilen durch Technologie, Design und Markenpräsenz, um das mittlere bis gehobene Marktsegment zu erschließen.

Bis 2026 wird die Komfortzone für die Steinexportindustrie nicht mehr existieren. Die Anpassung der Steuerrückerstattungspolitik ist ein wesentlicher Katalysator für die qualitativ hochwertige Entwicklung der Branche – sie beseitigt veraltete Produktionskapazitäten und sichert Innovation und Wertschöpfung. Für die Steinindustrie ist dies sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance, die Wettbewerbsfähigkeit neu zu strukturieren.

Statt passiv abzuwarten, ist proaktive Transformation der Schlüssel. Ob Fokus auf einem Nischenmarkt oder umfassende digitale Transformation – die Kernprinzipien bleiben Innovation und Wertschöpfung. Nur durch die Einhaltung politischer Vorgaben und den Ausstieg aus dem Teufelskreis des Preiskampfes können Unternehmen angesichts des Branchenumbruchs Fuß fassen und langfristiges Wachstum sichern.

Die Branchenkonsolidierung ist im Gange; Transformation ist unerlässlich. Sind Sie bereit?